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Archive for May, 2010

Was bedeuten die gelben und roten Linien auf Englands Straßen?

Tuesday, May 18th, 2010

Wenn man in England mit dem Auto oder auch mit dem Bus unterwegs ist, kann man am Straßenrand gelbe oder manchmal auch rote Linien sehen.

Die gelben Linien sind Straßenmarkierungen und findet man auf beinahe allen Straßen in Ortschaften und Städten. Es gibt die sogenannte Single Yellow Line und die Double Yellow Line. Das sind beides ununterbrochene Linien.

Double Yellow Lines - ©Can Stock Photo Inc. / green308Sie bedeuten, dass man an dieser Stelle zwar Personen ein- und aussteigen lassen kann, jedoch nicht warten oder parken darf.  Die doppelten Linien gelten hierfür zu jeder Tageszeit, die einfachen dagegen nur zu bestimmten Zeiten, die auf Schildern angegeben werden.

Auch das Be- und Entladen des Fahrzeuges ist erlaubt, außer dies ist besonders durch ein Schild oder durch zusätzliche gelbe Linien an der Bordsteinkante geregelt.  Eine doppelte Linie über der Bordsteinkarte verbietet das Be- und Entladen, eine einfache Linie weist auf eine zeitliche Begrenzung hin.

Zu den Zeiten, an denen das Be- und Entladen erlaubt ist, können Menschen mit einem Behindertenausweis als Ausnahme hier parken.  Hierzu verwenden Sie eine Art Parkscheibe.  Sofern kein Schild Beschränkungen angibt, können Sie bis zu drei Stunden parken.

Die roten Linien heißen “Red Route” und sind auch einzeln oder doppelt. Sie sind noch eine Stufe strenger als die Double Yellow Lines. Die Red Route findet man nur in Großstädten wie London und Birmingham.

Hier gilt absolutes Halteverbot – auch nicht um Personen ein- und aussteigen zu lassen.   Ausgenommen von dieser Regel sind zugelassene Taxis und Menschen mit Behindertenausweis.  Das Be- und Entladen von Fahrzeugen ist nicht gestattet.

Wie bei den gelben Linien gilt eine doppelte rote Linie ganztags, eine einfache rote Linie dagegen nur zu bestimmten Zeiten, die durch Schilder geregelt werden.

Übrigens: es reicht wenn nur ein Rad auf einer Linie steht, um für das gesamte Fahrzeug zu gelten!

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Feiertage des Vereinigten Königreichs

Tuesday, May 11th, 2010

Heute geht es weiter mit den Feiertagen vom gesamten Vereinigten Königreich.

Schottland hält es mit manchen Feiertagen etwas anders als England. Denn die Schotten haben den ersten und den zweiten Januar als Feiertag, dafür aber ist der Ostermontag kein Feiertag. Außerdem ist der August Bank Holiday am ersten Montag im August.

Der St. Andrews Day am  30.November wird auch in Schottland gefeiert.

St. Andrew war einer der vier Apostel und predigte in Griechenland, der heutigen Türkei und Georgien. In der Zeit von Kaiser Nero wurde er im griechischen Achaia an einem Kreuz mit diagonal verlaufenden Balken gekreuzigt. Dies geschah an einem 30. November. Daher der Name auf Deutsch “Andreaskreuz”. Im 10. Jahrhundert wurden seine Überreste die Legende zu Folge nach Schottland gebracht.

Seit 2007 ist der St. Andrews Day ein öffentlicher Feiertag. Dem Arbeitgeber ist es allerdings freigestellt, ob er seinen Mitarbeitern frei gibt. In Edinburgh feiert man diesen Tag mit Dudelsackparaden und Fähnchenschwenken, gutem Essen und Whisky. Die schottische Nationalflagge ist himmelblau mit einem weißen diagonalen Kreuz, denn eine Sage sagt, dass am Himmel eine Wolke in Form eines solchen Kreuzes König Angus ermutigt hat im Kampf gegen die Angelsachsen. Er nahm dies als göttliches Zeichen. Auch heute ist dieser Tag den Schotten noch sehr wichtig. Er gilt als Schutzheiliger der Fischer aber auch der Liebenden und der Ehe.

Lucky TieNordirland hat als besondere Feiertage den St. Patrick´s Day am 17. März und Battle of the Boyne am 12. Juli.

Warum wird der St. Patrick´s Day gefeiert? St. Patrick ist der irische Schutzpatron und gilt als der erste christliche Missionar. Der 17. März wurde ausgewählt, weil er an diesem Tag im 5. Jahrhundert gestorben sein soll. Dieser Tag wird als Nationalfeiertag gefeiert. Zu diesem Anlass werden Paraden und Festivals veranstaltet, die Hauptfarbe an diesem Tag ist grün. In den meisten irischen Städten finden solche Feste statt, aber auch außerhalb Irlands wird der St. Patrick´s Day gefeiert. In Nürnberg zum Beispiel wird ein Gottesdienst angeboten der auf englisch, irisch und deutsch abgehalten wird. Ein Jesuitenpater aus Dublin leitet diesen. Er gilt auch als christlicher Feiertag und fällt in die Fastenzeit, an diesem Tag muss jedoch nicht gefastet werden.

Mit dem Feiertag Battle of the Boyne hat es folgendes auf sich. Am ersten Juli (nach heutigem Kalender der 12. Juli) fand die “Schlacht am Boyne” statt. Hier besiegten die protestantischen Engländer die katholischen Iren, was bis heute Unruhen auslöst. In einem anderen Beitrag werde ich ausführlicher darauf eingehen.

Der Liberation Day ist für die Kanalinseln Guernsey und Jersey sehr wichtig, da an diesem neunten Mai die Inseln im Jahr 1945 von der deutschen Wehrmacht kampflos an die britischen Truppen zurückgegeben wurde.

Auf der Insel Man wird der  “Tourist Trophy”  gefeiert. Er findet am zweiten Freitag im Juni statt, im Jahr 2010 also am 11. Juni. An diesem Tag wird ein Motorradrennen veranstaltet, auf einer bestimmten Strecke der Insel, die viele Gefahren für die Teilnehmer birgt. Bei diesen Rennen gibt es regelmäßig Todesopfer zu beklagen.

Wenn Sie eine von diesen Regionen besuchen, sollten Sie auch deren Feiertage berücksichtigen.  Allerdings ist es längst nicht wie früher, dass alle Geschäfte an diesen Tagen schließen.

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Die britische Parlamentswahl

Thursday, May 6th, 2010

Heute findet im Vereinigten Königreich die Parlamentswahl statt – ein großes politisches Ereignis, das das ganze Land seit einigen Wochen beschäftigt.  Denn nach Jahren von starken Parteien und eindeutigen politischen Meinungen, ist die Chance auf ein sogenanntes “Hung Parliament” – also Unentschieden – einigen Beobachtern zu Folge größer denn je.

UK General Election 2010So etwas gab es das letzte Mal im Jahr 1974 und führte zu einer Minderheitsregierung.  Die letzte Koalition auf der Insel war in den 40er Jahren.

Es kommt eben selten vor, da eine besondere Form der Wahl genutzt wird.  Diese heißt “First Past the Post”, was soviel heißt wie “wer zuerst die Ziellinie erreicht”.

Im Unterhaus – das “House of Commons” gibt es 650 Abgeordnete.  Jeder davon wird in einem eigenen Wahlbezirk gewählt – demzufolge gibt es 650 Wahlbezirke im Königreich.  In jedem Wahlbezirk werden die Stimmen gezählt, und wer dort die meisten Stimmen hat – das muss keine Mehrheit sein – wird zum Abgeordneten gewählt.

Die Partei, die eine absolute Mehrheit an Abgeordneten hat, also mindestens 326, wird von der Königin beauftragt die nächste Regierung zu bilden.

Dieses System führt dazu, dass eine Partei die Mehrheit der Sitze haben kann, ohne eine Mehrheit der Stimmen zu haben.  In der letzten Parlamentswahl im Jahr 2005 hat die Labourpartei nur 36,1% der Stimmen im Land bekommen, jedoch gewann sie 349 Sitze.  Bleibt dieser Anteil heute bestehen, muss die gegnerische Konservative Partei fast 43% der Stimmen erhalten um die Mehrheit der Sitze zu gewinnen!

Aber die Labour Partei ist längst nicht mehr so beliebt – ins besondere seit der amtierende Premierminister Gordon Brown letzte Woche eine Wählerin hinter ihrem Rücken übelst kommentierte.  Allerdings nicht nur deswegen.

Die Politik der Partei steht in der Kritik und in Radiointerviews stehen die Labour-Politiker für den Wechsel im Land – nur wie sollen die Wähler glauben, dass eine Partei mit einer Mehrheit sich ändern will?  Warum sollen sie plötzlich in einer neuen Amtszeit einer neuen Politik folgen, als in den letzten 2 Amtszeiten?

Die andere große Partei – die Konservativen – wollen auch einiges ändern und hier sind durchaus andere Ideen als die mit der die Partei früher warb.  Aber für die Wähler ist es manchmal dann doch schwierig, sie von Labour auseinander zu halten, was aber in letzter Zeit daran liegt, dass Labour ihre Ideen erst kritisiert und dann in leicht geänderter Form – nach Meinung der Konservativen – zur Eigenen macht.

Houses of Parliament - das Parlamentsgebäude

The Houses of Parliament - das Parlamentsgebäude

Nun gibt es auch eine dritte Partei: die Liberalen.  Seit mehreren Jahrzehnten sind sie mit nur wenigen Abgeordneten im Parlament vertreten, jedoch werden sie auf Grafschafts- und Bezirksebene immer beliebter.  Ihre Politik ist auch deutlich anders als die der anderen beiden Parteien – unter anderem wollen sie dort den Euro einführen!  Das ist zwar eine radikale Idee für viele Briten, und dennoch überzeugen sie laut einen BBC Statistik 28% der Wähler – genau soviel wie Labour (Stand: 4. Mai 2010).

Aber dieser Anteil der Stimmen ergibt durch das Wahlsystem – ebenfalls laut BBC – 261 Sitze für Labour aber nur 82 Sitze für die Liberalen.  Um allein regieren zu können, müssten die Liberalen ungefähr 41% der Stimmen bekommen – etwa so viel wie John Major gewann im Jahr 1992.

Als ob das System nicht kompliziert genug wäre, gibt es auch noch die kleineren Parteien – die SNP in Schottland und Plaid Cymru in Wales.  Diese haben Ihre eigene Politik, gewinnen bei Nationalwahlen aber eher einzelne Sitze in Ihren Regionen.

Mehr Einfluss auf das Ergebnis haben die Parteien in Nordirland, z.B. die DUP und Sinn Fein, denn diese sitzen in der Regel im Unterhaus auf der Seite der Opposition – wenn sie überhaupt ihr Mandat in Anspruch nehmen.  Da man als Abgeordneter ein Eid schwören muss, der Königin zu dienen, haben oft Politiker der Provinzen Abstand davon genommen – trotz gewonnener Wahl.

Die Wahlbezirke zählen trotzdem, und so ist es noch schwieriger für eine Partei die Mehrheit zu gewinnen.

Nicht zuletzt gibt es die kleineren Parteien.  Einige davon machen ernsthafte Politik, wie die BNP (British National Party) die gegen Immigration vorgehen will und UKIP (UK Independence Party) die für den Ausstieg aus der EU wirbt.

Andere sind eher Spaß-orientiert, wie die “Monster Raving Loony Party”.  Diese Partei möchte Schulhausaufgaben verbieten, das Loch Ness Monster als bedrohte Tierart anerkennen lassen, und Klimaanlagen außerhalb von Gebäuden installieren lassen um der globalen Erwärmung entgegenzuwirken.

Downing StreetAber egal wer gewinnt, eins ist sicher: morgen könnte es im Haus 10 Downing Street Änderungen geben, denn für den Premierminister gibt es keine Übergangszeit wie in anderen Ländern.  Wenn Labour die Wahl verliert, stehen morgen für Gordon Brown die Umzugslaster vor der Tür.

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