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Archive for 2008

Buy one – get 1 free: die Sonderangebote im Britischen Supermarkt

Tuesday, December 2nd, 2008

Der Satz “Buy one – get 1 free” ist in England sehr beliebt und lockt vielen Menschen mehr Geld aus der Tasche als sie eigentlich ausgeben wollen.  Sei es bei Lebensmitteln oder Kleidung. Es gibt auch noch andere Varianten zum Beispiel  “Buy one – get 1 half price” oder “Buy two – get 1 free”. Kauf 2 Packungen Mince Pies, bekommst du 1 Packung gratis dazu.  So oder ähnlich heißt es jetzt zur Weihnachtszeit.  Diese Angebote sind ja sicherlich verlockend, man bekommt ja etwas geschenkt.  Aber möchte man tatsächlich 3 Packungen Mince Pies haben?

Diese Frage stellt man sich dann schon, aber wahrscheinlich  erst wenn man schon an der Kasse vorbei ist.  Mit den 3 Packungen Mince Pies.  Für den Fall, dass sich Besuch ankündigt können solche Angebote aber doch nützlich sein.

Man kann sich diese Angebote auch zu nutze machen in dem man sich mit der Familie oder Freunden abspricht und sich das Gekaufte teilt.  Der eine kauft zum Beispiel Mince Pies und der andere ’sausage rolls’.  So hat jeder etwas davon.

Die Abkürzung BOGOF ist der Name den die Marketingbranche diesem Werbestil gegeben hat: Buy One Get One Free.  Nur sollte man das nicht einfach so im alltäglichen Leben verwenden, denn “bog off”heißt umgangsprachlich ‘hau ab’.  Und das soll ja ganz bestimmt nicht das Ziel sein.

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Linksverkehr

Tuesday, November 18th, 2008

Dass in Großbritannien Linksverkehr herrscht ist wahrscheinlich keine Überraschung. Aber warum ist das so?  Es hat etwas mit Rechts- und Linkshändigkeit zu tun und auf welcher Seite eine Pferdefuhrwerk gelenkt wurde und auf welcher Strassenseite man den besseren Überblick hat. So war es so, dass Pferdefuhrwerke lieber auf der linken Seite fuhren und Fußgänger hatten eher die Neigung sich rechts des Weges zu halten.  Hier gibt es mehr Beispiele für die Entstehung des Links- bzw. Rechtsverkehrs.

Was bedeutet es für einen Autofahrer der den Rechtsverkehr gewohnt ist?  Erstmal ist alles etwas komisch, es kommt natürlich auch sehr darauf an in was für einem Auto man sitzt. Ist das Lenkrad links ist erstmal alles in Ordnung. Aber trotzdem ist es ein seltsames Gefühl, vor allem beim ersten Mal. Man kommt sich wie ein Geisterfahrer vor. Wenn man einmal auf der richtigen Spur ist, kann man eigentlich nicht mehr viel falsch machen. Nur beim Kreisverkehr muss man aufpassen, dass man beim reinfahren blinkt und wenn man die erste Ausfahrt nimmt bleibt man in der äußeren Spur, ab der 3. Ausfahrt fährt man bis kurz davor in die innere Spur. Auch beim Rausfahren wird geblinkt. Bei einer Schnellstrasse ist die Ausfahrt natürlich auch links. Und wenn man sich schon etwas daran gewöhnt hat, kann man auch mal rechts überholen wo es erlaubt ist. Ist in England natürlich langweilig weil man es ja darf, nein, muss ;-) .  Auch das Einfahren in ein Parkhaus hat so seine Tücken, zumindest wenn man alleine unterwegs ist. Der Automat um die Parkkarte zu ziehen ist ja auf der falschen Seite. Also immer einen Beifahrer mitnehmen! Ein Beifahrer ist auch sehr nützlich wenn es darum geht an unübersichtlichen Strassenkreuzungen abzubiegen. England ist nämlich nicht unbedingt für breit ausgebaute Landstrassen bekannt. Und die Strassen in den Orten sowieso nicht.

Diese ganzen Problemchen hat man nicht bei einem Mietwagen, der das Lenkrad logischerweise dann auf der rechten Seite hat. Dafür hat man allerdings andere, nämlich dass der Schalthebel und die Handbremse links ist und der Blick aus dem Rückspiegel etwas ungewohnt ist. Dafür hat man den besseren Überblick im Strassenverkehr.

Vorteile gibt es bei beiden nicht, bei keiner der beiden Formen gibt es mehr oder weniger Unfälle. In den Anfangszeiten des Strassenverkehrs hatte jedes Land für sich probiert wie es am besten klappt. Wie die Pferdefuhrwerke am besten an einander vorbeikommen und jeder sich am besten sieht. So sind Rechts- und Linksverkehr entstanden.

Welche anderen Länder haben Linksverkehr? Irland fällt einem ein, dann noch Australien und vielleicht auch noch andere Länder wie Japan oder Indien.  Insgesamt haben 58 Länder und Staaten Linksverkehr.  Auch Länder die heute Rechtsverkehr haben, hatten in früheren Jahren Linksverkehr. So zum Beispiel Österreich, Schweden, Tschechoslowakei, sowie einige afrikanische Länder.

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Remembrance Day

Sunday, November 9th, 2008

Der 11. November wird in Großbritannien (sowie in vielen englischsprachigen Ländern) “Remembrance Day” genannt.  An diesem Tag wird an diejenigen Gedacht, die im Krieg gestorben sind, genau gesagt im Ersten Weltkrieg und die darauffolgenden Konflikte.

Bereits im Jahr 1919 hat man diesen Tag ins Leben gerufen.  Da der erste Weltkrieg mit dem Armistice am 11. November 1918 um 11 Uhr zur Ende ging, finden jedes Jahr am 11. November um 11 Uhr zwei Schweigeminuten statt.  In Geschäften, Bahnhöfen, Büros, Schulen und anderen Orten werden heutzutage diese Schweigeminuten eingehalten.

Das Denkmal in meinem Heimatdorf

Das Denkmal in meinem Heimatdorf

Der zweite Sonntag im November wird als “Remembrance Sunday” bezeichnet.  An diesem Tag finden in den meisten Städten Prozessionen zum Kriegdenkmal statt.  Um 11 Uhr finden ebenfalls an diesem Tag am Denkmal zwei Schweigeminuten statt, im Anschluß folgt ein Gottesdienst.  Tatsächlich sind in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg in den meisten Städten und Dörfern solchen Denkmäler eingerichtet worden.  Es wird erzählt, dass jeder damalige Bürger von England mit einem Kriegsopfer verwandt war.

Die Hauptveranstaltung findet in London statt.  Im Regierungsviertel befindet sich der sogenannte “Cenotaph“.  Am Remembrance Sunday um 11 Uhr versammeln sich hier die königliche Familie, Politiker, Kriegsveteranen, Militärpersonal und Jugendverbände, um beim letzten Schlag von Big Ben die zwei Schweigeminuten zu halten.  Im Anschluß wird der “Last Post” am Signalhorn gespielt und die Beteiligten legen ihre Kränze aus Mohnblumen an den Cenotaph.  Danach folgt ein Gottesdienst sowie die Prozession der Veteranen.

Die Mohnblume aus Papier

Die Mohnblume aus Papier

Für die Briten ist dieser Tag – vor allem diese Zeremonien – sehr wichtig.  Denn an diesem Tag gedenken wir unsere Kriegsopfer der letzten 94 Jahren.  Die Denkmäler sind ein Zeichen des Krieges, mit dem man aufwächst und oft wird man bereits als Kind mit Geschichten und Auswirkungen der zwei Weltkriege konfrontiert.

Als Zeichen der Anteilnahme tragen wir in den Tagen vor dem Remembrance Day Mohnblumen aus Papier.  Diese werden von Kriegsverletzen und deren Angehörigen gefertigt, und gegen eine Spende verkauft.

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