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Dünkirchen, Dynamo und kleine Schiffe

Tuesday, June 1st, 2010

In den letzten Tagen fanden in Nordfrankreich Veranstaltungen zum Gedenken an die Evakuierung von britischen und französischen Truppen im Jahr 1940 statt.  Seit nun 70 Jahren redet man in Großbritannen von den “Little Ships” und dem “Dunkirk Spirit”.

Helm am Strand von Dünkirchen - ©iStockphoto.com/JohncairnsEnde Mai 1940 wurde die sogenannte “British Expeditionary Force” durch die deutsche Wehrmacht in Nordfrankreich immer enger eingekesselt.  Schließlich zog sie sich mit einem Teil der französischen Armee auf das Gebiet um Dünkirchen in Nordfrankreich zurück.

Daraufhin erfolgte die Evakuierung der Truppen unter dem Namen “Operation Dynamo” nach England – hauptsächlich nach Dover und Ramsgate – zurück.  Jedoch war der Hafen von Dünkirchen nur bedingt einsetzbar, und so spielten nun die “Little Ships” ihre Rolle.

Ungefähr 700 kleine Schiffe – darunter Rettungsboote, Raddampfer und Fischkutter machten sich auf den Weg nach Nordfrankreich, wo die Truppen sich am Strand sammelten.  Einige sind hin und her über den Ärmelkanal gefahren, andere bildeten einen Shuttledienst zwischen dem Strand und den großen Kriegsschiffen, die zu groß waren um näher ans Land zu fahren.

Zwischen dem 27. Mai und dem 4. Juni 1940 wurden so über 300.000 Soldaten evakuiert.  Die Briten nennen diese Aktion ein “Sieg im Angesicht der Niederlage”.  Auch wenn es viele Verluste gab, die Rettung so vieler Menschen wirkte sich auf die Moral dennoch positiv aus.

Es entstand auch die Redewendung der “Dunkirk Spirit” und bezeichnet den Zusammenhalt der Briten in einer Notlage.  Vor kurzem wurde diese in den Medien benutzt um die Erfindungsgabe vieler britischer Urlauber zu beschreiben, die während der Schließung des europäischen Luftraum im April, ihre eigenen Wege zurück nach England gefunden haben.

Heutzutage kehren viele der kleinen Schiffe alle 5 Jahre nach Dünkirchen zurück, um an Evakuierung zu erinnern.  Übrigens dürfen nur diese Schiffe das Georgskreuz als Flagge hissen – anderen Zivilschiffen ist es verboten, da die Flagge das Zeichens eines Admirals ist.

Die Goodwin Sands

Wednesday, November 18th, 2009

Dieses Mal schreibe ich über ein Gebiet im Ärmelkanal das zwar in England sehr berühmt ist, aber außerhalb Englands weniger bekannt ist – die Goodwin Sands. Das ist eine Kette von mehreren Sandbänken die dicht an der Wasseroberfläche liegen. Geographisch liegen sie etwas über 5km entfernt von Deal in der Straße von Dover. Die Goodwins sind ca. 19km lang und die breiteste  Stelle beträgt ca. 8km. Bei Hochwasser sind sie komplett mit Wasser bedeckt, bei Ebbe jedoch können sie bis zu 4 Meter aus dem Wasser ragen. Sie sind durch die sogenannten Tidenströmungen “angehäuft” worden und ebenso durch diese verändern sie  ständig ihre Form.

Es gibt eine Menge über die Goodwins zu erzählen: tragisches, mythisches und sogar sportliches das sich im Laufe der Jahrhunderte ereignet hat.

Das tragische sind wohl die vielen Schiffe die hier ihren letzten “Hafen” unter Wasser gefunden haben und die vielen Menschen die ihr Leben auf ihren Schiffen lassen mussten. Schuld sind viele Stürme die so heftig waren, dass der Anker nicht stark genug war und die Strömungen das Schiff an den Sandbänken zerschellen ließ. Selbst moderne Schiffe aus Stahl hatten keine Chance. Im ganzen liegen mehr als 2000 Wracks um die Goodwins herum oder teilweise hat sie der Sand “verschluckt”.

Das bringt mich zum mythischen Teil der Goodwins. Eines der berühmtesten der gesunkenen Schiffe war die “Lady Lovibond”. Der Grund warum sie sank hatte ausnahmsweise keine natürlichen Ursachen. Die Lady Lovibond war zu einer Hochzeitsreise aufgebrochen. Der Kapitän sollte heiraten, doch der Steuermann hätte die Braut ebenso gerne gehabt. Er beschloss, dass – wenn er sie nicht haben kann – dann soll sie auch kein anderer bekommen. Und so steuerte er unbemerkt die Lady auf die Goodwins in den Tod. Das mythische daran ist, dass das Schiff seither alle 50 Jahre aus dem Meer auftaucht und wenn man zufällig daran vorbei kommt, kann man vielleicht eine fröhliche Gesellschaft feiern hören. Es ist eine Legende, aber es werden sich sicherlich einige Leute 2048 auf den Weg machen und sich fragen, ob sie dieses unheimliche Schiff sehen würden.

Nun komme ich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, zur sportlichen Geschichte der Goodwins. Nämlich dem Cricketsport. Mit den Luftkissenbooten (Hovercraft) ist man zu den Goodwins hinausgefahren und hat dort Cricketspiele ausgetragen. Man konnte jedoch auch einfach so hinaus fahren und dort ein Picknick veranstalten, denn die Goodwins haben nicht nur eine stürmische Seite, sondern bieten auch eine ruhige Ankerplatz genannt die “Downs”.

Zum Schutz der Schiffe, unter anderem vor den Goodwin Sands, wurde der Leuchtturm – South Foreland Lighthouse –  gebaut und später wurden zusätzlich 10 Bojen ausgesetzt wovon 7 Blitzlichter haben.

Früher konnte man vom Hovercraft aus den Goodwins während der Fahrt von Pegwell Bay nach Calais vom Fenster aus sehen – der Hovercraft ist direkt darüber fahren.  Leider fahren diese Fahrzeuge nicht mehr, so dass ich persönlich die Goodwins noch nicht mit eigenen Augen sehen konnte.

Wie kommt man am besten nach England?

Monday, October 13th, 2008

Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten, denn verschiedene Bedürfnisse  und Faktoren spielen eine Rolle.

Bei einer Geschäftsreise ist das Flugzeug sicherlich der schnellste und bequemste Weg. Hier hat man dann doch das wenigste Gepäck und meistens hat man es eilig. Für private Reisen ist das Flugzeug sicher auch geschickt wenn man nicht so viel Gepäck hat.

Für Familien ist das Auto der beste Weg, denn wenn man bedenkt was man alles mitnehmen kann lohnt sich das auf jeden Fall. Vor allem wenn das oder die Kinder noch klein sind muss man allerhand mehr mitschleppen. Windeln, Babynahrung, Spielsachen, evtl. ein Reisebett. Vorallem kann man individuelle Pausen einlegen und kommt entspannt in Calais am Hafen an. Wichtig ist, dass man genug Luft lässt zwischen der Ankunftszeit in Calais und der Abfahrt mit der Fähre. Einerseits wegen eventueller Staus auf den Autobahnen und andererseits zum einchecken am Hafen. Eine halbe Stunde vor dem Auslaufen wird angefangen die Autos zu laden. Wenn man jetzt allerdings etwas zuviel Zeit eingeplant hat ist das auch kein Problem, dann kann man oft mit einer früheren Fähre fahren. Außer man hat ein Angebot gebucht, dann geht das meistens nicht. Die Fähre an sich hat einige Vorteile. Man kann bei Essen und Trinken entspannen, einkaufen (Bier, andere Getränke, Süßigkeiten, Souveniers, Parfum und andere Sachen). Auch zum Frisör oder Spieleautomaten kann man auf einigen Fähren gehen. Für Kinder gibt es eine Raum zum Toben und spielen. Auf einigen Schiffen gibt es auch getrennte Wickelräume. Bei schönem Wetter ist es auch schön nach draussen zu gehen.  Die Überfahrt kann man online reservieren, z.B. bei P&O

Eine andere Möglichkeit ist mit dem Auto und statt mit der Fähre auf einem Zug durch den Tunnel zu fahren. Ich könnte mir das gut vorstellen wenn man nachmittags oder abends wegfährt und nachts durch den Tunnel fährt. Denn im Tunnel ist es recht langweilig und man bekommt nichts zu essen und zu trinken, kann nicht einkaufen und so weiter. Und man verbringt die Zeit in seinem Auto. Dafür dauert es ca. nur die Hälfte der Zeit wie mit der Fähre. Ohne Kinder ist das sicher eine Alternative. Rechtzeitig vorher da sein muss man allerdings auch.

Noch eine andere Möglichkeit wäre ganz mit dem Zug zu fahren, einmal über Brüssel oder Paris. Dies hätte den Vorteil eines entspannten Reisens, hat weniger Einschränkungen in dem was man mitnehmen darf, als im Flugzeug. Das heißt man ist nicht darauf angewiesen das Essen und Trinken im Zug zu kaufen und hat keine Gepäckbegrenzung, soweit man alles tragen kann.

Wie gesagt, jeder muss für sich entscheiden welche Möglichkeit am besten ist. Für uns ist die Fähre am besten, da wir immer viel Gepäck haben und auch viel einkaufen dort.